Zweite Woche

Sonntag, 08.09.2019

Hej allihoppa,

 

Nun ist auch schon die zweite Woche wie im Flug vergangen und ich habe wieder so einiges erlebt😊:

Morgens sollte ich mich jeden Tag nur um die Mädels kümmern, denen ich nach dem Wecken Gröt kochte, sie erinnerte, alle nötigen Sachen für den Tag mitzunehmen, nebenbei die Spülmaschine ausräumte, Kleinigkeiten aufwusch und die Küche in Ordnung brachte. Danach hab ich meistens sofort die 1-3 Stunden Hausarbeit für den Tag erledigt und an manchen Tagen nochmal kurz geschlafen.

Am Montag hab ich den ganzen Tag zuhause verbracht und ein bisschen Schwedisch mit den Büchern aus der Bibliothek gelernt, weil es nur geregnet hatte. Nachmittags hab ich die Jungs abgeholt, die natürlich voller Schlamm waren, und der Ältere wollte wieder nicht heim, sodass wir eine lange Diskussion hatten. Endlich zuhause spielten wir zusammen mit der Holzeisenbahn, während der Vater heim kam und das Essen vorbereitete: Pocka Bowl, das Lieblingsessen der Zweitältesten.

Am Dienstag habe ich, nachdem ich meine Pflichten erledigt hatte, einen kleinen Spaziergang zum ICA maxi gemacht und ein bisschen in der Bibliothek entspannt. Zuhause hab ich schnell ein paar Brote gegessen, um gegen 18 Uhr zur Uni zu fahren, weil dort das offizielle Opening des Buddy Programms stattfand. Ich lernte meine volle Buddy Group Nr. 5 (insgesamt knapp 40 Leute!) und unsere 8 Buddies kennen, die sich ein paar Spiele überlegt hatten. Kurz darauf sind wir gemeinsam ins Rouge zu einem gemütlichen, chilligen Abend gegangen, wo wir uns in kleineren Grüppchen ein bisschen unterhalten und ausgetauscht haben.

Am Mittwoch bin ich in meiner arbeitsfreien Zeit erst zu Umeå Kommun, um mich nach einem SFI-Kurs zu erkunden, wobei das alles sehr schnell ging und die Frau dort einfach nur sagte, dass ich zu der SFI-Schule gehen und die Leute dort fragen soll. Danach bin ich zum Skatteverket, um dort eine Personnummer zu beantragen; nachdem ich gefühlt 10.000 Formulare ausgefüllt und die Frau einige Dokumente, Ausweise etc. kopiert hatte, sagte sie mir, dass ich in ca. 1-2 Monaten einen Brief mit der Nummer erhalten würde! Vorausgesetzt natürlich, es klappt alles und wird genehmigt…

Nachdem ich die Jungs (wieder mit einigen Diskussionen) aus der dagis abgeholt und wir ein bisschen gespielt hatten, begann ich nebenbei das Abendessen (tacogratäng) zu kochen, was zum Glück bei allen echt supergut ankam (dementsprechend auch fast leer wurde😉) und die Zweitälteste sogar ausdrücklich lobte! Das hat mich sehr gefreut!

Am Donnerstag fand an der Uni die Välkomstmässa für neue Studenten statt, zu der ich in strömendem Regen in kompletter Montur (samt Regenhose) aufgebrochen bin. Endlich angekommen zog ich mich erstmal um, war aber zum Glück echt komplett trocken geblieben!! Die Messe an sich war sehr gut besucht, aber wirklich sehr schön: es waren alle möglichen Institutionen, die es hier in Umeå gibt, vertreten (u.a. die Gemeinde selbst, der Verkehrsverbund, verschiedene Vereine (Sport, Musik etc), Kirchengemeinden, manche Firmen, Geschäfte und natürlich IKSU (und andere Einrichtungen der Uni) und Navet, das Schwimmbad hier). Ich fand das echt interessant und fast jeder Stand hat sehr großzügig godis und pennor verteilt😊!

Auf dem Rückweg bin ich bei der SFI-Schule vorbeigegangen, um mich für einen Kurs anzumelden. Leider war dieser Besuch nicht ganz so erfolgreich und das ganze Warten umsonst, weil die Frau bei der „Rezeption“ mir lediglich erklärte, dass es ohne Personnummer überhaupt keine Möglichkeit gäbe, sich anzumelden! Also heißt es, weiterhin erstmal zu warten, bis ich vielleicht endlich mal einen Sprachkurs machen kann…

Die Jungs waren beim Abholen relativ müde, sodass das heute nicht ganz so lang dauerte und ein wenig entspannter war; dafür wollte der Ältere aber unbedingt huckepack getragen werden. Am Abend war ich wieder mit Essenkochen dran und auch diesmal kam das mit Feta gefüllte Hähnchenfilet aus dem Ofen bei allen (außer mir, haha) sehr gut an😊.

Am Freitag hatte die Zweitälteste Geburtstag, weswegen wir alle gemeinsam um sechs Uhr singend mit einer Prinsesstårta und Geschenken in ihr Zimmer gegangen sind. Nach dem Auspacken (über mein Geschenk hatte sich besonders die Älteste gefreut und hätte es am liebsten gleich ausprobiert😉) haben wir gemeinsam gefrühstückt, die Eltern sind zur Arbeit gegangen und ich habe die Kids fertig gemacht und danach geputzt. In der Freizeit hab ich einen kleinen Spaziergang gemacht, in der Bücherei gechillt und mit den Kids gespielt, als ich wieder daheim war.

Am Samstag hatte ich alle Kids von 8 bis 21 Uhr zu betreuen, weil beide Eltern arbeiten mussten, die Mutter sogar mit anschließender Nachtschicht! Ehrlich gesagt fand ich den Tag gar nicht so anstrengend und hätte es mir schlimmer vorgestellt, vier Kinder bei Regenwetter zuhause 13 Stunden bei Laune zu halten. Die Mädels hatten einmal kurz einen kleinen Streit, der sich aber total schnell wieder erledigt hatte; ansonsten spielten, bastelten und malten wir gemeinsam und zwischendurch kochte ich ihnen natürlich auch Essen. Am Abend durften sie ein wenig fernsehen und ließen sich danach auch echt gut ohne Murren und Knurren von mir ins Bett bringen.

Am Sonntag beschäftigte ich vormittags ein wenig mit den Kids, ging dann aber so um die Mittagszeit nach draußen, wo ich zufällig einen kleinen loppis entdeckte und dabei sogar einen richtig fetten Wintermantel genau in meiner Größe fand. Das war echt perfekt, weil ich eh schon auf der Suche nach so einem für den Winter hier war!!! Den restlichen Nachmittag verbrachte ich in der Bücherei und stöberte da ein wenig.

Das war nun meine Woche, in der ich einiges zu erledigen hatte, aber auch ein paar Veranstaltungen besucht habe😊.

 

Hej då!

Erste Woche

Sonntag, 01.09.2019

Hej allihoppa,

Jetzt habe ich auch schon die erste komplette Woche hinter mir und muss sagen, dass ich mich noch besser eingelebt hab und noch wohler fühle sowie einen Eindruck vom typischen Alltag gewonnen hab.

Die Woche sah so aus, dass ich morgens um 6.30 Uhr die Mädels geweckt habe, schnell hinunter in die Küche gegangen bin, gröt gekocht, den Tisch gedeckt und auf sie gewartet habe. Meistens sind in der Zeit auch die Jungs von allein aufgewacht, die ich dann hinunter in die Küche geholt habe. Zweimal musste ich den Zweitjüngsten allerdings wecken, der davon nicht allzu begeistert war und ein bisschen rumjammerte. Aber das habe ich auch hinbekommen und so frühstückten wir alle gemeinsam, bis die Mädels sich die Zähne putzten und das Haus Richtung Schule verließen. Währenddessen räumte ich den Tisch ab, spülte das Geschirr, räumte die Spülmaschine aus und versuchte, schonmal die Jungs fertig zu machen, was je nach Laune und Kooperativität mal besser, mal schlechter klappte. Mit dem Zweitjüngsten gestaltete sich das Anziehen des Öfteren etwas schwierig, insbesondere manche kalsonger wollte er partout nicht tragen und am Mittwoch zum Beispiel auch überhaupt keine strumpor. Trotz aller kleinen Hindernisse konnten wir dann meist gegen 8.30 Uhr das Haus verlassen und ich habe die beiden in die dagis gebracht. Der Ältere konnte es kaum abwarten und da der Jüngste erst seine zweite Woche dort hatte, bin ich immer noch so 5-10 Minuten zum Abschied dageblieben, wobei er mir trotzdem jeden Morgen nachgeweint hat, wenn ich gegangen bin!!

Auf dem Rückweg nach Hause hab ich Montag und Mittwoch einen kurzen Abstecher ins ICA nära gemacht, um wieder neues Knäcke- bzw Tunnbröd  für die Familie zu kaufen. Wieder daheim machte ich die Küche komplett fertig und saugte sie einmal durch.

Am Montag nutzte ich dann meine freie Zeit am Vormittag, um in die Bibliothek zu gehen, mir dort einen Ausweis einzurichten, zu stöbern und mir schon gleich die ersten Bücher auszuleihen: eine Språkkasse svenska, das Schwedisch-Lernbuch Rivstart und Harry Potter und der Halbblutprinz (auf Deutsch😉) auszuleihen. Wieder zuhause fuhren wir alle am Spätnachmittag mit den Rädern in die Stadt, um für die Älteste neue Turnschuhe zu kaufen, über die sich riesig freute und es kaum erwarten konnte, sie am nächsten Tag im Sportunterricht anzuziehen. Ich habe bei dieser Gelegenheit im stadium auch ein Paar K2-Inliner (um die Hälfte reduziert!) entdeckt und bin eine Proberunde gefahren. Zuhause wurde ich von den Kids natürlich gleich ausgefragt, warum ich die skridsko ausprobiert hätte, was mir aufgrund fehlender Sprachkenntnisse recht schwer fiel zu erklären. Wir aßen gemeinsam zu Abend und ich half beim Ins-Bett-Bringen der Kids.

So ging ich am Dienstag nach der üblichen Morgenroutine gleich um 10 ins stadium, um mir die Inliner zu kaufen. Nachdem ich sie schnell nach Hause gebracht hatte, machte ich mich auf den Weg zum ICA maxi, dem mit Abstand größten Supermarkt hier in der Nähe. Dort gibt es wirklich fast alles! Natürlich eine riesengroße Auswahl an Lebensmitteln, aber dazu noch Haushaltsgeräte (wie Staubsauger, Küchenmaschinen etc), Kleidung für alle Altersgruppen, Schreibwaren, Blumen, Elektrogeräte (Handys, Fernseher und Co), Drogerie… Sogar eine eigene frische Bäckerei befindet mitten im Laden, von der ein sehr angenehmer Duft ausgeht😊. Ich fand es richtig schön, den ICA maxi zu erkunden, zu schauen, was es dort alles so gibt und vielleicht noch was zu entdecken, was es bei meiner Gastfamilie zuhause noch nicht gab. Ich glaube Alena, du musst unbedingt mal hierher kommen und dann können wir uns zusammen richtig viele geniale Sachen zu essen machen😉. Einzig das Teeregal ist in den meisten deutschen Supermärkten doch besser. Da die Schweden ja sehr viel Kaffee trinken (am liebsten schwarz und gleich mehrere Tassen am Tag), ist die Teeauswahl eh nicht so groß und leider hauptsächlich auch fast nur auf schwarzen Tee beschränkt. Im gesamten großen Laden gab es eine Sorte Pfefferminz- und eine Sorte Hagebuttentee! Mehr nicht!!

Nach dieser kleinen, feinen Exkursion holte ich die Jungs aus der dagis ab und ging auf dem Rückweg mit ihnen auf den Spielplatz, weil der Ältere sonst überhaupt nicht hätte heimgehen wollen. Nach einem frühen Abendessen betreute ich die Kids bis 20 Uhr, weil der Vater einen Elternabend hatte, und brachte dabei den Jüngsten schonmal ins Bett.

Am Mittwoch fand um 13 Uhr an der Universität das Opening für die Internationals statt, wo über das schwedische Studiensystem informiert wurde und sich manche Institutionen der Uni vorgestellt haben; natürlich hat mich nicht alles betroffen, aber ich fand es trotzdem sehr interessant. Nach dieser knapp dreistündigen Veranstaltung (inklusive 30 Minuten Pause mit kleiner fika) traf ich mich mit meiner vorläufigen Buddy Group 5A, die aus sechs Franzosen, zwei Belgierinnen und mir bestand. Leider konnte ich nicht am Campus-Race teilnehmen, weil ich schon spät dran war, um die Jungs abzuholen. Wir gingen wieder auf den Spielplatz, diesmal fast anderthalb Stunden, sodass die Mädels und eine Freundin uns schon vermissten und suchen kamen. Nach dem Essen kam der Vater gegen 20 Uhr heim und ich fuhr los zum Mingle Event des Buddy Programme im Rouge, wo ich mich einer kleinen Gruppe von Menschen ( wieder fast nur Franzosen außer einer Italienerin und mir) anschloss, die Imane aus meiner Buddy Group auf ihrem Korridor kennengelernt hatte. Am Ende des Abends hatten wir alle Nummern ausgetauscht und eine gemeinsame Whatsapp-Gruppe😊. Ich würde sagen, das mingle war erfolgreich!

Am Donnerstagmorgen hielt sich meine Müdigkeit zum Glück in Grenzen und so probierte ich endlich meine Inliner aus, indem ich am Fluss zum ICA maxi fuhr, was auf diesem Weg echt wunderbar klappte! Um 13 Uhr fand vom Buddy Programme die City-Challenge statt, wobei ich schon einige Fragen aus dem Stegreif beantworten konnte, weil ich die Stadt ja schon ein bisschen erkundet und durch die Kids ein wenig schwedisch gelernt habe. Nach dem Abholen der Jungs, wo der Ältere unbedingt auf meinem Rücken getragen werden wollte, machte der Vater falukorv zum Abendessen und wir brachten gemeinsam die Kids ins Bett. Von meinem Zimmer hörte ich noch, wie die Mutter spätabends wieder nach Hause kam.

Am Freitag schlief ich erstmal bis 11 aus, weil ich den ganzen Tag frei hatte und fuhr nach einem ausgiebigen Frühstück/Brunch zur Uni, um da, typisch schwedisch, erstmal eine Wartenummer zu ziehen und dann wieder enttäuschende Ergebnisse wegen meines Sprachkurses zu bekommen. Es gibt leider absolut keine Möglichkeit, ohne Englischnachweise teilzunehmen☹! Aber zumindest hat es geklappt, mithilfe des IT-Experten der Uni, eine UmU-ID einzurichten. Danach bin ich zu Janine (eine Freundin von einem vorigen Aupair) gefahren, die mich zur fika eingeladen hatte, und habe ein bisschen mit ihr gequatscht. Tack så mycket liebe Janine (und Cecilia), dass du mich so herzlich aufgenommen und gleich in euren Hauskreis eingeladen hast!! Nach dem Abendessen zuhause bin ich gegen 21 Uhr aus dem Haus, um zu einer kleinen „Outdoor-Party“ mit Fahrradverlosung bei Umeå Wheels (mit den anderen aus der Whatsapp-Gruppe) zu fahren. Allerdings fand ich es dort nicht so schön und es war verdammt kalt!

Auch am Samstag habe ich ausgeschlafen und erst ein bisschen „Bürokram“ gemacht, bis die Älteste in mein Zimmer kam und mir was in ihrem WWF-Heft zeigte. Die Mädels fuhren wieder mal mit meinen Inlinern, von denen sie total begeistert sind und mehr benutzt haben als ich selber… Nach dem Mittagsessen (wie letztes Wochenende pannkakor) bereitete ich in meinem Zimmer ein paar Dinge für den Blog vor und ging um 17.30 Uhr wieder runter, weil die Eltern nun auf einen Geburtstag gingen. Ich kochte den Kids Nudeln zum Abendessen und brachte sie gegen 20.30 Uhr ins Bett. Auf meinem „Arbeitsplan“ stand eigentlich nur Babysitten bis 21 Uhr, allerdings kamen die Eltern erst viel später heim, was mich etwas ärgerte, weil ich eigentlich mit den anderen gerne an den See gefahren wäre, um Nordlichter zu beobachten!!

Am Sonntag fuhr ich morgens gegen 10.30 Uhr nach Teg, um den Gottesdienst der Church of Hope zu besuchen, wozu mich Janine eingeladen hatte. An sich war er total schön und auch mit vielen bekannten Liedern (schwedisch oder englisch), allerdings fand ich es ein bisschen schwer, über 1 Stunde 45 Minuten die ganze Zeit aufmerksam zu bleiben. Nach dem GoDi gab es noch eine kleine Fika, wo ich gleich von ein paar Leuten angesprochen und eingeladen wurde, mich zu ihnen zu setzen, ein bisschen zu quatschen und sich kennenzulernen und so hatte ich gleich die zweite Einladung zu einem Hauskreis😊. Nach einem kleinen Abstecher ins ICA maxi bin ich klatschnass zuhause angekommen, weil es am Sonntag den ganzen Tag über ziemlich heftig geschüttet hatte! Dort räumte ich mein Zimmer ein wenig auf, bis die Kids zu mir hochkamen und spielen wollten😊.

Das war jetzt auch schon die erste Woche und ich würde sagen, dass ich ganz gut im „Arbeitsalltag“ angekommen bin und mich auch in der Stadt schon einigermaßen zurechtfinde (zumindest würde ich nicht verhungern, erfrieren oder krank bleiben und wüsste auch, wo ich mich weiterbilden könnte😉) Die Kinder sind einfach super lieb und hören sie echt gut auf mich!

 

Hej då!

Erstes Wochenende

Sonntag, 25.08.2019

Erstes Wochenende

 

Hej allihopa,

Sooo, nun hab ich gerade mal das erste Wochenende hier, im schönsten Land der Welt, hinter mir; allerdings kommt es mir schon deutlich mehr vor, soviel ist einfach passiert!

Am Freitag bin ich um 6.30 Uhr aufgestanden, um mit der Mutter die Kinder alle fertig zu machen und ihr schonmal bei der Morgenroutine zu helfen, weil ich das ab nächster Woche ganz allein machen soll. Also sorgten wir dafür, dass alle Kinder aufstanden, frühstückten, die Mädels pünktlich das Haus verließen und brachten schließlich auch die Jungs gemeinsam in die dagis. Von dort aus ist die Mutter zur Arbeit gefahren und ich bin mit einem kurzen Abstecher zuhause, um meinen Rucksack zu holen, Richtung Stadt gelaufen. Hier hab ich sofort das große Schwimmbad navet auf meinem Weg entdeckt und bin weiter Richtung Universität gelaufen, um mir den Campus samt IKSU mal anzuschauen. Besonders cool und beeindruckend war, dass direkt daneben schon der Wald bzw ein Teil davon anfing! Mit einem kleinen Abstecher im ICA nära in Berghem bin ich wieder zurück Richtung Zentrum gegangen, kam aber nicht bis in die Stadtmitte, weil ich einen röda korset-Laden entdeckte, in dem ich lange stöberte und schließlich eine günstige Fjällräven Winter-/Übergangsjacke sowie zwei (auch dringend benötigte) Hosen entdeckte. Dann musste ich mich aber ein bisschen beeilen, denn um 15 Uhr sollte ich den Zweitjüngsten (allein) aus der dagis abholen, was auch ohne große Widerrede super klappte (er musste nur noch ein kleines Lego-Kunstwerk fertigbauen).

Wieder zuhause spielte ich noch ein bisschen it den Kids, ehe wir um kurz vor sechs alle gemeinsam zum Willkommensfest an der neuen Schule der Ältesten gingen, wo es lustigerweise wieder Hamburger gab😉 Da lernte ich auch eine süß-saure Gurkenpampe kennen, die man sich auf den Burger machen konnte. War auf jeden Fall interessant, wieder etwas neues zu essen kennenzulernen (ich glaube, du würdest dich hier auch wohlfühlen, Alena😉) und hat eigentlich gar nicht so schlecht geschmeckt; auf jeden Fall besser, als es aussah. Weil es nach knapp 1,5 Stunden draußen doch relativ frisch geworden ist, sind wir heim, wo die Kids noch kurz fernsehen durften. Heute Abend hab ich die Mädels schonmal ganz allein ins Bett gebracht😊

Am Samstag sind wir alle um 7.30 Uhr aufgestanden, um nach dem Frühstück gegen neun zu einer Taufe im Nationalpark zwei Autostunden südlich von hier zu fahren, wo wir einfach eine grandiose Kulisse vorfanden. Die Natur hier war wirklich wunderwunderschön!!! Die Taufe fand fast direkt am Wasser auf den Felsen statt; vor uns die Ostsee und hinter uns der Wald, einfach traumhaft! Nach der Zeremonie, die auch wunderbar von der ganzen Familie des Täuflings gestaltet wurde, hatte ich meines erste typisch schwedische Fika, wo jede Familie ihren eigenen Picknickkorb mitbringt, aber dennoch alle gemeinsam essen, was in diesem Ambiente natürlich ein Traum war! Nach dem Essen spielte ich ein wenig mit den Kids, lernte ein paar befreundete Familien kennen und bewunderte die Kinder, die bei diesem, doch recht frischen Wetter in der Ostsee badeten!

Gegen 13.30 Uhr mussten wir leider schon wieder zurückfahren, weil wir um 15.30 Uhr bei einer befreundeten Familie auf den vierten Geburtstag der Tochter eingeladen waren. Dort gab es gleich die zweite Fika und zwar diesmal süß mit einem Kuchen aus Kaddkaka-Boden mit Himbeer-Sahnecreme obendrauf. Typisch schwedisch sehr süß, aber auch sehr lecker! In der Zwischenzeit beschäftigte ich mich mit den Kids (weil ich bei den Erwachsenen am Tisch eh nichts verstand), bis es zum Abendessen zufälligerweise wieder Hamburger mit Kartoffelspalten, diesmal aber mit Salat, und Wein, gab. Als wir nach Hause gekommen sind, hab ich erst den Jüngsten alleine und danach mit den Eltern die anderen drei zügig ins Bett gebracht und ich bin auch hoch auf mein Zimmer, um noch Dinge für die Uni zu klären und zu recherchieren, weil ich ja leider wahrscheinlich am Sprachkurs nicht teilnehmen kann. Da kam die Mutter auf einmal hoch und hat mir eine Schale mit Popcorn hochgebracht, womit ich nicht gerechnet, aber mich sehr drüber gefreut habe!!

Am Sonntag war dann ein etwas entspannterer Tag; wir haben alle ausgeschlafen, gemütlich gefrühstückt und dann hab ich mich wieder mit den Kindern beschäftigt bis zum Mittagessen, wo der Vater Pannkaka med Grädde och sylt gemacht hat. Ab 16.30 Uhr sind die Eltern weggefahren, weil die Mutter bis Donnerstag in Östersund eine Art Tagung und der Vater Nachtschicht hatte. Also hatte ich die Kids ganz alleine, was eigentlich aber sehr gut funktionierte! Zum Essen machte ich ihnen ugnpannkaka, ließ sie noch kurz fernsehen, putzte allen die Zähne und brachte sie schließlich nach und nach ins Bett, was auch super klappte, weil vor allem die beiden Großen ziemlich kooperativ sind und der Jüngste sowieso das entspannteste und unkomplizierteste Baby ist, was ich kenne! Einzig mit seinem Bruder war es etwas schwieriger, weil er so einige Extrawünsche hatte, die ich leider aufgrund meiner fehlenden Sprachkenntnisse teilweise nicht verstehen konnte. Gegen neun lagen aber zum Glück alle ruhig und still in ihren Betten😊

 

Hej då!

Flug und Ankunft

Donnerstag, 22.08.2019

 

Hej allihopa,

Nun liegen die Anreise, die erste Nacht und der erste Tag hinter mir und davon gibt es schon viel zu berichten. Aber fangen wir mal von vorne an: dieses „von vorne“ liegt bei mir noch am Dienstag, denn da habe ich abends noch ein kleines, gemütliches Abschiedsfest mit meiner Familie gefeiert. Es war sehr schön, euch alle nochmal zusammen bei mir zu haben😊

Am Mittwoch sollte dann die große Reise losgehen, wobei wir vormittags allerdings noch recht viel Zeit hatten, in der ich meine Koffer endgültig fertig gepackt habe. Um halb elf ungefähr, als es eigentlich nur noch hieß, Zeit totzusitzen, bis wir endlich losfahren konnten, erlebte ich eine riesengroße Überraschung: meine liebe Petra stand vor der Tür! Mama war in die Pläne eingeweiht, aber ich hab damit natürlich überhaupt nicht gerechnet!

Gegen 11.40 Uhr sind wir dann aber doch Richtung Bahnhof aufgebrochen, um mit dem Zug zum Frankfurter Flughafen zu fahren. Dort angekommen war ich erstmal überwältigt von der Größe und Unübersichtlichkeit des Flughafens und ganz froh, meine Eltern noch bei mir zu haben, obwohl ich versuchte, so gut wie möglich selbst klarzukommen, schließlich muss ich das in Stockholm ja auch! Dank netten Flughafenpersonals klappte die Orientierung, und zum Glück auch die Gepäckaufgabe, ganz gut und wir hatten noch knapp zwei Stunden bis zum Boarding, in der wir gemeinsam ein bisschen den Flughafen erkundeten und mit der Schwebebahn fuhren. Gegen 16.30 Uhr bin ich nach dem Abschied zur Sicherheitskontrolle, die zum Glück auch problemlos verlief und wartete nun aufs Boarding, was dann etwas verspätet um 17.15 Uhr stattfand. In der Zeit schwang die pure Aufregung immer mehr in Vorfreude um, aber im Kopf schwirrten nun auch lauter Fragen umher: Wie wird wohl die Familie sein? Wie die Kinder? Was sage ich am besten zur Begrüßung? Worüber unterhält man sich?...

Aber erst einmal hatte ich einen schönen Flug, auf dem ich mir all eure liebevoll gestalteten Seiten in meinem Abschiedsbuch angeschaut habe😊. Nach einer pünktlichen Landung um 19.40 Uhr in Stockholm überkam mich allerdings kurz eine kleine Panik, weil mein Koffer nicht auf´s Gepäckband kam. Zum Glück gab es auch hier wieder nettes Personal, das mir erklärte, dass mein Koffer aufgrund des Umstiegs automatisch umgeladen wird. In den verbleibenden drei Stunden bis zum Weiterflug erkundete ich ein wenig den Flughafen, ging früh durch die Sicherheitskontrolle und nutzte die Zeit im Wartebereich, um fast eine Stunde mit Sophie und der Familie zu skypen😊. Weiter ging´s um 22.55 Uhr mit der letzten startenden Maschine in Stockholm ans Ziel, nach Umeå! Diese Stunde verging echt wie "im Flug“ und ich wurde von meiner Gastmutter in der kleinen Ankunftshalle empfangen. Sie stellte mir gleich ein paar Fragen, sodass ein Gespräch zustande kam und ich mir da schonmal keine Sorgen machen musste. Auch mein Koffer kam diesmal zum Glück vom Band!

Wir fuhren heim, wo sie mir erstmal mein Zimmer zeigte und eine Kleinigkeit zu essen anbot. Sie ging sofort ins Bett, ich war allerdings noch so aufgeregt und reizüberflutet, sodass ich bis 3.30 Uhr nicht schlafen konnte und die Zeit zum Kofferauspacken und Einrichten nutzte.

Am nächsten Morgen schlief ich erstmal bis um elf aus und bekam nach dem Frühstück (typisch schwedisch: Gröt med Fil och Lingonsylt) eine kleine Hausführung und Einweisungen in Waschmaschine, Spülmaschine und ganz wichtig: das schwedische Mülltrennungssystem! Dabei war inzwischen auch der Jüngste, vom Mittagsschlaf aufgewacht und begleitete uns. Erst war er noch ein wenig zurückhaltend, als wir aber in seinem Zimmer mit den Kuscheltieren spielten, hatte ich das Gefühl, dass das Eis schon gebrochen war!

Nach dieser kleinen Runde und einem Mittagssnack gingen wir gemeinsam zur dagis, um auch seinen Bruder abzuholen, der am Anfang noch total schüchtern war und jeden (Blick-)Kontakt mit mir vermieden hat! Wieder zuhause begann die Mutter mit ihm, pärkaka zu backen, wobei ich in der Zeit den Jüngsten beschäftigte. Als die Mutter für eine knappe halbe Stunde telefonieren musste, hatte ich die Jungs allein in der Küche, wobei auch der zweite langsam ein bisschen auftaute und sich beide problemlos von mir allein betreuen ließen! Gegen 16 Uhr kam die Älteste nach Hause, die sich nach einem kurzen „Hej“ erstmal ans Klavier verzog. Kurz nachdem ich mit den beiden Jungs hinaus auf´s Trampolin gegangen bin, kam die Zweitälteste heim, legte nur kurz ihren Schulrucksack (natürlich ein Kanken😉) in die Ecke und kam zu uns. Am Ende des Nachmittags war ich mit allen Kindern auf dem Trampolin und sie turnten schon fleißig auf mir herum.

Als dann der Vater, um kurz nach sechs von der Arbeit kam, aßen wir nach einer kurzen Begrüßung alle gemeinsam Hamburger mit selbstgemachten Kartoffelspalten zum Middag. Die Kinder durften noch kurz fernsehen und gemeinsam mit den Eltern brachte ich gleich schon das erste Mal die Kids ins Bett. Alles in allem ein schönerund gelungener, wenn auch recht anstrengender, erster Tag😊

 

Hej då!

Abschiedsfest

Sonntag, 11.08.2019

Sooo ihr lieben, das ist jetzt mein erster richtiger Blogeintrag, den ich gerade noch von Deutschland aus schreibe. Wie ich vielen von euch mittlerweile schon erzählt habe, sind es jetzt mittlerweile noch genau zehn Tage, ehe mein Flug erst nach Stockholm und dann Richtung Umeå geht. Aufgrund meiner Abwesenheit in den letzten vier Wochen ist natürlich für die "große" Schwedenreise noch so gut wie nichts vorbereitet oder gepackt, aber das wird sich natürlich jetzt dann in den nächsten Tagen ändern.

Die letzten vier Wochen, in denen ich ja fast nur unterwegs war, sind so schnell verflogen und -schwups- war sie da, meine Abschiedsfeier. Ich fand den Abend echt wunderwunderschön und möchte mich bei allen, die kommen konnten und sich die Zeit genommen haben, für die lieben und kreativen Geschenke bedanken; vor allem bei dir, Lena, für die riesige Überraschung mit Portugal:)!!! Vielen Dank auch an Mama, Papa und Max für die Hilfe bei der Vorbereitung und beim Grillen, an Sophie und Simon beim Aufräumen und an alle, die etwas für das bunte, sehr leckere Buffet mitgebracht haben. Ohne euch wär es nicht so ein schöner Abschiedsabend geworden!

Riesig freue ich mich auch über euren Fleiß, eure Liebe und Arbeit, die ihr in die Gestaltung der Seiten für mein Abschiedsbuch gesteckt habt! Da bin ich jetzt schon neugierig und fiebere dem Flug entgegen, bei dem ich sie mir endlich anschaueren werde:)

Hej då, Marie

Bald geht es los

Donnerstag, 18.04.2019

Dies ist der erste Eintrag in meinem neuen Blog. In Zukunft werde ich hier über meine Erlebnisse im Ausland berichten.